{"id":42,"date":"2012-10-12T08:38:47","date_gmt":"2012-10-12T06:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/freikaempfer.net\/b\/2012\/10\/12\/entscheidungsfindung\/"},"modified":"2017-09-23T13:54:15","modified_gmt":"2017-09-23T11:54:15","slug":"entscheidungsfindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freikaempfer.net\/b\/2012\/10\/12\/entscheidungsfindung\/","title":{"rendered":"Entscheidungsfindung"},"content":{"rendered":"<blockquote style=\"padding:10px; border:thin solid red;\"><p>\n    <i><strong>Note:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Dieser Text ist eher als eine Ausformulierung (oder der Versuch dessen) eines Gedanken zu betrachten. Hierf\u00fcr habe ich mich nicht durch bestehende Konzepte der Entscheidungsfindung im Plenum gew\u00fchlt. Deswegen kann es sehr gut sein, dass dieser Gedanke teilweise oder \u00fcberwiegend mit anderen Texten zum Thema \u00fcbereinstimmt oder Gemeinsamkeiten hat. Weiter beziehe ich mich auf die Ausf\u00fchrungen von Friedemann Schulz von Thun[<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedemann_Schulz_von_Thun\" target=_blank>1<\/a>] zur Kommunikationstheorie. Dieses Thema ist eher ein Hobby von mir und, dadurch das ich mich nur mit einem Autor* besch\u00e4ftigt habe, auch sicherlich an der ein und anderen Stelle nicht sonderlich objektiv. Au\u00dferdem beanspruche ich durch meine Ausf\u00fchrungen keinerlei Deutungshoheit o.\u00e4. Es handelt sich um eine Idee in Verbindung mit meiner Vorstellung von Anarcho-Syndikalismus.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Das Problem der Entscheidung ist, finde ich, allgegenw\u00e4rtig. Je mehr Menschen am Prozess beteiligt sind oder von der Entscheidung (potenziell) betroffen sind, desto schwieriger wird die Angelegenheit. Auch steht nicht selten die Frage im Raum &#8222;Wer <u>darf<\/u> Mitentscheiden?&#8220;(o.\u00e4.). Gibt es Entscheidungen, die nur wenige Menschen oder gar nur einen einzigen Menschen betreffen? Und gibt es Entscheidungen, die alle Menschen betreffen? Wer sind diese &#8222;wenigen Menschen&#8220;? Und wer sind &#8222;alle&#8220;? Einige Fragen, die ich mir wiederholt gestellt habe und wahrscheinlich auch noch weiter stellen werde. Denn das sind, meines Erachtens, wichtige Fragen.<\/p>\n<ol type=\"I\">\n<li><strong>Wer<\/strong> ist betroffen?<\/li>\n<li><strong>Wie<\/strong> wird entschieden?<\/li>\n<li><strong>Was<\/strong> bedeutet eine Entscheidung?<\/li>\n<\/ol>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote style=\"padding:10px; border:thin solid red;\"><p>\n    <i><strong>Note:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Dieser Text ist eher als eine Ausformulierung (oder der Versuch dessen) eines Gedanken zu betrachten. Hierf\u00fcr habe ich mich nicht durch bestehende Konzepte der Entscheidungsfindung im Plenum gew\u00fchlt. Deswegen kann es sehr gut sein, dass dieser Gedanke teilweise oder \u00fcberwiegend mit anderen Texten zum Thema \u00fcbereinstimmt oder Gemeinsamkeiten hat. Weiter beziehe ich mich auf die Ausf\u00fchrungen von Friedemann Schulz von Thun[<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedemann_Schulz_von_Thun\" target=_blank>1<\/a>] zur Kommunikationstheorie. Dieses Thema ist eher ein Hobby von mir und, dadurch das ich mich nur mit einem Autor* besch\u00e4ftigt habe, auch sicherlich an der ein und anderen Stelle nicht sonderlich objektiv. Au\u00dferdem beanspruche ich durch meine Ausf\u00fchrungen keinerlei Deutungshoheit o.\u00e4. Es handelt sich um eine Idee in Verbindung mit meiner Vorstellung von Anarcho-Syndikalismus.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Das Problem der Entscheidung ist, finde ich, allgegenw\u00e4rtig. Je mehr Menschen am Prozess beteiligt sind oder von der Entscheidung (potenziell) betroffen sind, desto schwieriger wird die Angelegenheit. Auch steht nicht selten die Frage im Raum &#8222;Wer <u>darf<\/u> Mitentscheiden?&#8220;(o.\u00e4.). Gibt es Entscheidungen, die nur wenige Menschen oder gar nur einen einzigen Menschen betreffen? Und gibt es Entscheidungen, die alle Menschen betreffen? Wer sind diese &#8222;wenigen Menschen&#8220;? Und wer sind &#8222;alle&#8220;? Einige Fragen, die ich mir wiederholt gestellt habe und wahrscheinlich auch noch weiter stellen werde. Denn das sind, meines Erachtens, wichtige Fragen.<\/p>\n<ol type=\"I\">\n<li><strong>Wer<\/strong> ist betroffen?<\/li>\n<li><strong>Wie<\/strong> wird entschieden?<\/li>\n<li><strong>Was<\/strong> bedeutet eine Entscheidung?<\/li>\n<\/ol>\n<p>\n<font size=\"+1\"><strong><u>I. Wer?<\/u><\/strong><\/font><\/p>\n<p>Eine f\u00fcr mich wichtige Frage ist immer das <strong>&#8222;Wer&#8220;<\/strong>. Damit m\u00f6chte ich feststellen, wer von einer Entscheidung betroffen ist. Dabei soll es allerdings nicht darum gehen eine Basis zu schaffen um Menschen von Entscheidungen auszuschlie\u00dfen oder gezwungenerma\u00dfen einzuschlie\u00dfen. Vielmehr geht es mir dabei darum, sich dar\u00fcber im klaren zu sein, wen eine potenziell k\u00fcnftige Entscheidung betrifft, wessen Leben dadurch in einer ausschlaggebenden<sup>1<\/sup> Weise ber\u00fchrt wird. Dabei m\u00f6chte ich auch den Kontext der Entscheidungsfindung ber\u00fccksichtigen. Hierbei unterteile ich diese zun\u00e4chst in einen &#8222;public&#8220; und in einen &#8222;private&#8220; Teil. Beginnen werde ich mit dem &#8222;private&#8220; Teil.<\/p>\n<p><strong><u>&#8222;private&#8220;<\/u><\/strong><br \/>\nUnter diesem Begriff fasse ich interne Entscheidungen von (festen) Gruppen. Diese k\u00f6nnen z.B. politische Gruppen wie eine Antifa-Gruppe sein oder das Plenum eines Squat oder einer Wohngemeinschaft(WG). Diese Plena setzen sich aus einem \u00fcberwiegend konstanten Personenkreis zusammen und treffen in der Regel Entscheidungen die auf lange Sicht getroffen werden (m\u00fcssen). Personen in einem solchen Kreis kennen sich meistens und k\u00f6nnen sich gegenseitig einsch\u00e4tzen*. Diskussionen werden h\u00e4ufig mit dem Gedanken an eine fortlaufende und\/oder zuk\u00fcnftige \u00dcberschneidung der Lebensverh\u00e4ltnisse gef\u00fchrt*. Dies kann unter Umst\u00e4nden dazu f\u00fchren, dass nicht alle Punkte ausdiskutiert werden. Ein solcher Vorgang kann verschiedene Hintergr\u00fcnde haben. Einer davon ist ein diplomatischer. Da man, z.B. in einer WG, nahe beieinander lebt, m\u00f6chte man nat\u00fcrlich Reibungen (unbewusst) vermeiden bzw. reduzieren. In einem solchen Plenum sind erst einmal alle Anwesenden von einer Entscheidung betroffen, sollten somit auch alle ein Mitspracherecht besitzen. Hier getroffene Entscheidungen haben aber nur in wenigen F\u00e4llen eine endg\u00fcltige<sup>2<\/sup> Eigenschaft.<\/p>\n<p><strong><u>&#8222;public&#8220;<\/u><\/strong><br \/>\nIm Gegensatz zu (festen) Gruppen fasse ich unter diesem Begriff (lose) Zusammenk\u00fcnfte. Dabei kann es sich z.B. um ein Delegierten-Plenum w\u00e4hrend einer Demonstration, einen Vorbereitungskreis f\u00fcr eine Veranstaltung oder einen Nachbereitungskreis handeln. Hierbei setzt sich der Personenkreis vor allem aus Menschen zusammen, die sich h\u00e4ufig nicht oder nur fl\u00fcchtig kennen. Die hier getroffenen Entscheidungen haben in der Regel eine endg\u00fcltige<sup>2<\/sup> Eigenschaft, da der Personenkreis von Plenum zu Plenum variieren kann und zwischen (sofern es mehr als ein Plenum gibt) den Treffen ein l\u00e4ngerer Zeitraum(~1 Monat oder mehr) liegen kann. Hier k\u00f6nnen ebenfalls Entscheidungen getroffen werden, die lediglich zeitlich begrenzt (z.B. bis zum Ende der Demonstration\/Veranstaltung) sind. Diskussionen k\u00f6nnen hier auf einer emotionaleren Ebene gef\u00fchrt werden*, da es vorerst unwahrscheinlich erscheint, diese Entscheidung sp\u00e4ter zu \u00e4ndern. Vor allem bei Delegierten-Plena w\u00e4hrend Demonstrationen kann diese Entscheidungsfindung zu einer Spaltung der einzelnen Bezugsgruppen(BGen) kommen, wenn z.B. einzelne BGen nicht bereit sind bestimmte Risiken einzugehen*. Eine solche Zusammenkunft kann unter Umst\u00e4nden Personen umfassen, die nicht von einer Entscheidung betroffen sind. Eine Einordnung f\u00e4llt schwer bzw. ist fast Unm\u00f6glich, da es sich um praktisch jede Person handeln kann.<\/p>\n<p><strong><u>Wer nun?<\/u><\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst einmal: Alle. W\u00e4hrend allerdings im &#8222;private&#8220;-Bereich Personen nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nnen\/sollten, ist dies im &#8222;public&#8220;-Bereich durchaus m\u00f6glich. Dabei sollten, meiner Meinung nach, aber nicht von der Gruppe Menschen gezielt ausgeschlossen werden. Dies w\u00fcrde erst einmal eine Entscheidung ben\u00f6tigen, <strong>wer<\/strong> ausgeschlossen werden soll. Was uns wieder an den Anfang zur\u00fcck bringen w\u00fcrde (ich nenne es &#8222;Entscheidungsschleife&#8220; oder &#8222;Wer-Paradoxon&#8220;). Viel eher sollte hierbei Wert auf die Bereitschaft und die Solidarit\u00e4t der Einzelnen gelegt werden. Zu Beginn k\u00f6nnten sich also alle Beteiligten eines Plenum im &#8222;public&#8220;-Bereich die folgende Frage stellen:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbBin ich von einer Entscheidung dieser Gruppe in einer Weise betroffen, die es f\u00fcr mich (pers\u00f6nlich) erforderlich macht an der Entscheidung mitzuwirken?\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Dabei sollte ein Appel an alle gerichtet werden, sich von der Entscheidungsfindung selbst auszuschlie\u00dfen sofern man sich selbst als nicht-betroffen interpretiert. Das bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig, dass Plenum komplett zu verlassen oder nicht an der Diskussion teilzunehmen. Vielmehr soll dies dazu dienen, Entscheidungen auf eine Weise zu treffen, die es f\u00fcr mehr Betroffene angenehmer macht. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen an einer Entscheidungsfindung teilnehmen um andere Menschen von ihrer pers\u00f6nlichen Sicht zu \u00fcberzeugen, ohne aber darauf zu achten, dass andere Menschen auch andere Bed\u00fcrfnisse haben (k\u00f6nnten).<\/p>\n<p>Das &#8222;gute, alte Argument&#8220;, man k\u00f6nne sich ja aus der Gruppe\/dem Plenum entfernen, wenn jemanden etwas nicht gef\u00e4llt, m\u00f6chte ich an dieser Stelle als vollkommen ungeeignet und meiner Meinung nach auch gef\u00e4hrlich benennen. Auch die vorwurfsvolle Frage, warum man denn nichts sagte, ist in meinen Augen \u00e4u\u00dfert kontraproduktiv. Dabei wird einem Menschen zur Last gelegt, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, nichts gesagt zu haben. Beide \u00c4u\u00dferungen haben die Eigenschaft Menschen dazu zu verleiten, sich nicht mehr in Entscheidungsfindungen einzubringen. Auf lange Sicht schw\u00e4cht dies die Gruppe und f\u00fchrt zu einer (verdeckten) Hierarchie.<\/p>\n<p><font size=\"+1\"><strong><u>II. Wie?<\/u><\/strong><\/font><\/p>\n<p>Sobald die Frage nach dem &#8222;Wer&#8220; gekl\u00e4rt wurde, geht es um die &#8222;Wie&#8220;-Frage. Also wie wird eine Entscheidung getroffen um auf die Bed\u00fcrfnisse (m\u00f6glichst) aller Betroffenen r\u00fccksicht zu nehmen? Zu dieser Frage gibt es sicherlich unz\u00e4hlige Ideen, Konzepte und Vorgehensweisen. Die bekanntesten d\u00fcrften wohl das <strong>Mehrheitsprinzip<\/strong>[<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mehrheitswahl\" target=_blank>2<\/a>] und das <strong>Konsensprinzip<\/strong>[<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konsensprinzip\" target=_blank>3<\/a>] sein. Entscheidungskonzepte mit einer oder wenigen Entscheidungstragenden (z.B. Diktaturen, Technokratien, Monarchien, etc.) habe ich an dieser Stelle bewusst ausgeschlossen.<\/p>\n<p><strong><u>Mehrheitsprinzip<\/u><\/strong><br \/>\nDieses Prinzip wird in der Regel angewendet, wenn Menschen \u00fcber Dinge entscheiden m\u00fcssen. Bekanntestes Beispiel hierbei sind Personenwahlen. Den ersten Kontakt damit hatten\/haben die meisten wohl in ihrer Schulzeit. &#8222;Wer soll Klassensprecher_in sein?&#8220; Im kleinen Rahmen wird hierbei oft das Prinzip der <strong>einfachen Mehrheit<\/strong> angewendet. Die Person, welche die meisten Stimmen erh\u00e4lt, ist gew\u00e4hlt. Weiter gibt es noch das Prinzip der <strong>absoluten Mehrheit<\/strong>, wobei nur die Person gew\u00e4hlt ist, welche min. 51% der Stimmen erhalten hat, und die <strong>&frac34; Mehrheit<\/strong>, wobei eine Person min. 76% der Stimmen ben\u00f6tigt. Diese Prinzipien k\u00f6nnen, und werden, nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Entscheidungsfindung bei Sachantr\u00e4gen genutzt.<\/p>\n<p>Dieses Prinzip wird gerne als Indikator f\u00fcr eine Demokratie in einem Staaten-Konstrukt gewertet. Auf den ersten Blick ist gegen eine solche Form der Entscheidungsfindung auch nichts einzuwenden. Auf den zweiten Blick allerdings werden dadurch Menschen nicht ber\u00fccksichtigt oder ganz ausgeschlossen. Ein kurzes, simples Beispiel:<\/p>\n<blockquote><p>\nVier Personen leben zusammen in einer WG. Es soll eine Entscheidung \u00fcber die Wandfarbe des Gemeinschaftzimmers getroffen werden. Nach kurzer Diskussion stehen zwei Farben zur Abstimmung:<\/p>\n<ol>\n<li>Sonnengelb<\/li>\n<li>Ocker<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Ergebnis f\u00e4llt klar aus: Drei Personen sind f\u00fcr &#8222;Sonnengelb&#8220;, eine Person f\u00fcr &#8222;Ocker&#8220;.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Angenommen die Person, welche sich &#8222;Ocker&#8220; w\u00fcnschte, kann &#8222;Sonnengelb&#8220; nicht leiden. Diese Entscheidung kann nun in letzter Konsequenz dazu f\u00fchren, dass von den vier Bewohnenden eine_r nur ungern im Gemeinschaftszimmer ist und deswegen am sozialen WG-Leben nur eingeschr\u00e4nkt teilnehmen wird. Letztendlich f\u00fchrt dies zu dem Prinzip des Utilitarismus[<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Utilitarismus\" target=_blank>4<\/a>] mit der (vereinfachten) Formel:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Das Wohl vieler wiegt schwerer als das Wohl weniger.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Dies bedeutet in etwa, dass die Farbe gew\u00e4hlt wird, welche der Mehrheit Freude bereitet und deren Wohlbefinden sichert\/f\u00f6rdert. Mit diesem Prinzip der Entscheidungsfindung wurde eine Person nicht ber\u00fccksichtigt und (wahrscheinlich) aus dem sozialen WG-Leben (teilweise) ausgeschlossen. Diese Tatsache kann, meiner Meinung nach, durch nichts korrigiert werden, da sie dem Mehrheitsprinzip zu Grunde liegt. Dabei ist es unerheblich welche Form des Mehrheitsprinzips angewendet wird oder wie lange eine (optionale) Diskussion im Vorfeld stattfand.<\/p>\n<p><strong><u>Konsensprinzip<\/u><\/strong><br \/>\nAuch dieses Prinzip ist, denke ich, durchaus bekannt. Dabei handelt es sich, im Vergleich zum Mehrheitsprinzip, um die Entscheidungsfindung durch Einstimmigkeit. Es treffen also alle Betroffenen die gleiche Entscheidung. Eine solche Entscheidung hat meist andere Gr\u00fcnde als jene im Mehrheitsprinzip, da es hier darauf ankommt eine Entscheidung zu finden, der alle zustimmen k\u00f6nnen. Dazu wieder ein kurzes Beispiel:<\/p>\n<blockquote><p>\nVier Personen arbeiten gemeinsam. Jeden Mittag kochen sie gemeinsam Essen f\u00fcr die Gruppe. Nachdem es immer wieder zu Streitigkeiten \u00fcber das Gericht gekommen war, entschied sich die Gruppe dazu, jeden Mittag Nudeln mit Tomatensauce zu kochen. Alle vier Betroffenen k\u00f6nnen Nudeln kochen und alle m\u00f6gen sie.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Beispiel haben sich alle vier Personen auf etwas geeinigt, mit dem alle Betroffenen zufrieden sind oder kein Problem haben. Von der Entscheidung bzw. deren Ergebnis wurde hier niemand ausgeschlossen. Dennoch gibt es auch hier, wie ich finde berechtigte, Kritikpunkte. In einer kleinen Gruppe ist es meistens einfacher sich auf eine Gemeinsamkeit zu einigen*. Wird diese Gruppe jedoch gr\u00f6\u00dfer, wird dies immer komplizierter*. Um einen tats\u00e4chlichen Konsens zu finden m\u00fcssten\/sollten alle Betroffenen angeh\u00f6rt werden. Diskussionen k\u00f6nnen sich so zeitlich sehr ausdehnen. Dies schl\u00e4gt sich dann meist auf die Lust\/Motivation der Betroffenen nieder. Was wiederrum dazu f\u00fchrt, dass Menschen einen oder mehrere Kompromisse eingehen (k\u00f6nnten) um die Diskussion beenden zu k\u00f6nnen. Auch kann es dazu kommen, dass Menschen von anderen dazu gedr\u00e4ngt werden, einer Entscheidung &#8222;endlich&#8220; zuzustimmen. In diesem Fall breiten sich (verdeckte) Hierarchien aus.<\/p>\n<p><strong><u>Wie nun?<\/u><\/strong><\/p>\n<blockquote style=\"padding:10px; border:thin solid red;\"><p>\n<strong>Remember:<\/strong> Ich erhebe keinen Anspruch auf Deutungshoheit oder &#8222;Die Wahrheit&#8220;.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Um eine Entscheidung zu treffen, mit der alle Betroffenen zufrieden sind ohne aber jemanden zu \u00fcbergehen, auszuschlie\u00dfen oder zu einer Entscheidung zu dr\u00e4ngen m\u00fcssen meiner Meinung nach die Wahlm\u00f6glichkeiten vermehrt werden. Grunds\u00e4tzlich baut meine Idee auf dem Konsensprinzip auf, kann somit also quasi als Kind-Prinzip dessen betrachtet werden. Allerdings ist hierbei die M\u00f6glichkeit zur pers\u00f6nlichen Entfaltung st\u00e4rker betont. W\u00e4hrend in den &#8222;traditionellen&#8220; Prinzipien zwei(Ja\/Nein, bin\u00e4r) oder drei(Ja\/Nein\/Enthaltung) Wahlm\u00f6glichkeiten bestehen, sind es in meiner Idee sieben:<\/p>\n<ol>\n<li>Vollste Zustimmung(++, =D )<\/li>\n<li>Zustimmung(+, =) )<\/li>\n<li>Okay(+0)<\/li>\n<li>Neutral(0, =| )<\/li>\n<li>Naja(0-)<\/li>\n<li>Ablehnung(-, =\/ )<\/li>\n<li>Absolute Ablehnung(&#8211;, =( )<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Grund daf\u00fcr sind die unterschiedlichen Interessen der Menschen. W\u00e4hrend meist der unausgesprochene Zwang sich zu entscheiden in der Luft liegt, soll diesem hier durch die Elemente &#8222;Okay(+0)&#8220;, &#8222;Neutral(0)&#8220; und &#8222;Naja(0-)&#8220; entgegengewirkt werden. Einige kennen sicherlich einige Handzeichen die im Plenum verwendung finden[<a href=\"http:\/\/diskussionshandzeichen.wordpress.com\/die-diskussionshandzeichen\/\" target=_blank>5<\/a>]. Einige dieser Handzeichen sollen das Aufzeigen eines Stimmungsbildes vereinfachen. Ein solches Stimmungsbild ist, je nach Gruppengr\u00f6\u00dfe, allerdings recht un\u00fcbersichtlich und f\u00fcr eine Entscheidungsfindung in der Regel ungeeignet. Meine Idee soll dies \u00c4ndern und das Stimmungsbild quasi zur Entscheidungsfindung nutzen. Die verschiedenen Stimmungen k\u00f6nnen damit, denke ich, zu einer klareren Entscheidungsfindung f\u00fchren und spiegeln genauer wieder, wie eine Gruppe zu einem Thema steht. Wird nach au\u00dfen hin von der Gruppe eine Zustimmung durch ein simples &#8222;Ja&#8220; ge\u00e4u\u00dfert, w\u00e4hrend intern diese Entscheidung nur durch eine knappe Mehrheit entstanden ist, kann dies (wahrscheinlich) zu Irritationen und Missverst\u00e4ndnissen mit z.B. anderen Gruppen f\u00fchren. Auch hier m\u00f6chte ich ein Beispiel anf\u00fchren:<\/p>\n<blockquote><p>\nZwei Gruppen(A, B) m\u00f6chten im Zuge eines B\u00fcndnisses eine Veranstaltung durchf\u00fchren. Hierzu f\u00e4llen beide Gruppen intern eine Entscheidung zu der Frage ob ein_e umstrittene_r K\u00fcnstler_in auftreten soll. Beide Gruppen melden sich gegenseitig ein &#8222;Ja&#8220;. Am Tag der Veranstaltung kommt es jedoch zu einer Konfrontation zwischen Teilen der Gruppe B, die entschieden gegen diese_n K\u00fcnstler_in sind. Es werden Vorw\u00fcrfe gegen die Protestierenden aus der Gruppe B ge\u00e4u\u00dfert, diese h\u00e4tten sich in die Abstimmung einbringen sollen. In der Nachbereitung stellt sich heraus, dass Gruppe B die Entscheidung nur mit einer knappen Mehrheit gef\u00e4llt hat. Bei Gruppe A jedoch wurde die Entscheidung einstimmig getroffen. Diese nahm an, bei Gruppe B sei es der selbe Fall gewesen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Beispiel liegt in erster Linie ein Kommunikationsproblem vor. Gruppe B teilte nur mit, was die Mehrheit entschieden hat. Gruppe A erhielt diese Nachricht und nahm an, die Entscheidung sei auf die selbe Weise getroffen worden. Hier h\u00e4tte die direkte Offenlegung des gesamten Ergebnisses von Gruppe B lediglich das Missverst\u00e4ndnis verhindert. Das unter den &#8222;Ja&#8220;- und &#8222;Nein&#8220;-Stimmen aber auch welche sein k\u00f6nnen, die sich f\u00fcr diese Frage nicht interessiert haben l\u00e4sst sich dabei nicht erkennen. Auch wenn es die Aufzeichnung von &#8222;Enthaltung&#8220;-Stimmen geben w\u00fcrde, bliebe noch die Frage wer sich nur knapp f\u00fcr eine Option entschieden hat. Mit den sieben Optionen ist die Entscheidungsfindung transparenter gestaltet. Dabei w\u00e4re sichtbar gewesen, wie die Stimmung der Gruppe B zum_r K\u00fcnstler_in ist.<\/p>\n<p>Es bleibt allerdings immernoch die Frage: <strong>Wie<\/strong> entscheidet man sich nun?<br \/>\nWie eingangs erw\u00e4hnt baut meine Idee auf dem Konsensprinzip. Das bedeutet, dass die Diskussion weiterhin gef\u00fchrt werden muss und unter Umst\u00e4nden auch l\u00e4nger dauern kann. Nachfolgend widme ich mich der genaueren Ausf\u00fchrung der Optionen:<\/p>\n<dt><strong>Vollste Zustimmung<\/strong><\/dt>\n<dd>Diese Option soll die komplette Zustimmung zu einem Vorschlag anzeigen. Als Zeichen k\u00f6nnten ++ und\/oder ein =D verwendet werden.<\/dd>\n<dt><strong>Zustimmung<\/strong><\/dt>\n<dd>Mit dieser Option soll gezeigt werden, das der Vorschlag als gut befunden wird aber auch verbessert werden kann. Quasi &#8222;Das beste der Auswahl&#8220;. Hier k\u00f6nnten + und\/oder =) verwendet werden.<\/dd>\n<dt><strong>Okay<\/strong><\/dt>\n<dd>Hierbei handelt es sich um eine eher spezielle Option, welche eine Aussage wie etwa &#8222;Mir eigentlich egal, aber okay&#8220; anzeigen soll. Zeichen k\u00f6nnte +0 sein.<\/dd>\n<dt><strong>Neutral<\/strong><\/dt>\n<dd>Diese bekannte Option soll eine Enthaltung oder ein &#8222;Ist mir egal&#8220; anzeigen. Hier mit dem Zeichen 0.<\/dd>\n<dt><strong>Naja<\/strong><\/dt>\n<dd>Auch dies ist eine eher spezielle Option. Sie soll eine Aussage wie &#8222;Finde ich nicht okay, aber ich kann damit leben&#8220; anzeigen. Mit dem Zeichen 0-.<\/dd>\n<dt><strong>Ablehnung<\/strong><\/dt>\n<dd>Diese Option kann auch schlicht als &#8222;Nein&#8220; bezeichnet werden. Zeichenvorschlag w\u00e4re -.<\/dd>\n<dt><strong>Absolute Ablehnung<\/strong><\/dt>\n<dd>Ein &#8222;Veto&#8220; beschreibt diese Option am besten. &#8222;Ohne mich&#8220;. Mit dem Zeichen &#8211;.<\/dd>\n<p>Die Verwendung dieser Optionen sorgt sicherlich daf\u00fcr, dass Entscheidungsfindungen zeitaufwendiger werden. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen damit mehr Entscheidungsoptionen gew\u00e4hlt werden als bei einer bin\u00e4ren Auswahl. Allerdings, denke ich, wird dadurch eine viel harmonischere Entscheidung gefunden. Durch die genauere aufschl\u00fcsselung der individuellen Entscheidungen kann gezielt auf Standpunkte eingegangen und eine gemeinsame L\u00f6sung gefunden werden. Folgendes Beispiel:<\/p>\n<blockquote><p>\nEin Haus wurde von einer Gruppe aus elf Menschen besetzt. Nachdem sich die Besetzenden provisorisch eingerichtet haben, finden sie sich im Erdgeschoss im gr\u00f6\u00dften Raum zu einem ersten Plenum zusammen. Dabei soll unter anderem die Frage gekl\u00e4rt werden, ob im Keller eine Party-Location eingerichtet werden soll. Nach einer Diskussion findet eine erste Abstimmung statt. Das Ergebnis ist folgendens:<\/p>\n<p align=\"center\">\n<table  class=\" table table-hover\" border=\"1\">\n<tr>\n<td>Vollste Zustimmung:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;4&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zustimmung:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;2&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Okay:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;1&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Neutral:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;1&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Naja:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;1&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ablehnung:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;0&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Absolute Ablehung:&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;2&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<p>Zu sehen ist, dass eine Mehrheit f\u00fcr eine Party-Location im Keller ist. Drei haben sich in einer Weise dagegen ausgesprochen und einer Person ist es egal. Insgesamt sind drei Menschen nicht komplett von einer Party-Location begeistert, begr\u00fc\u00dfen es jedoch bzw. eine Person l\u00e4sst es zu. An diesem Ergebnis kann man auch sehen, dass in der vorherigen Diskussion offensichtlich nicht alle Punkte ausdiskutiert wurden. Dies kann verschiedene Gr\u00fcnde haben. Es k\u00f6nnte an einer unangenehmen Dikussionskultur liegen, vielleicht weil die Diskussion schon l\u00e4nger andauerte. Vielleicht sind die zwei Personen, welche eine absolute Ablehnung anzeigen, aber auch Sch\u00fcchtern oder hatten sonstige Gr\u00fcnde ihre Bedenken nicht in die Diskussion einzubringen oder aber sie wurden von anderen, evtl. von den vier Personen der vollen Zustimmung, nicht so behandelt wie sie es gerne gehabt h\u00e4tten. Die Gr\u00fcnde sind, wie gesagt, vielf\u00e4lltig und d\u00fcrften in der Kommunikation verborgen liegen. Um die Angelegenheit nun m\u00f6glichst produktiv zu f\u00fchren, sollten die Gr\u00fcnde der beiden verweigernden Personen angeh\u00f6rt werden. Dies, denke ich, f\u00fchrt zu einer ausgiebigeren Beratung als es zuvor der Fall gewesen w\u00e4re. Hierbei sollte aber darauf geachtet werden, nicht in einem vorwurfsvollen Ton zu sprechen. Den beiden Personen darf nicht das Gef\u00fchl gegeben werden, sie w\u00fcrden den Entscheidungsprozess st\u00f6ren. Genauso wie alle anderen Betroffenen sind und sollen sie Teil des Projektes sein und sich wohlf\u00fchlen (k\u00f6nnen). Ein vorwurfsvoller Ton, auch wenn es \u00f6fter zu solchen Handlungen durch eine\/mehrere Person\/en kommt, ist immer kontraproduktiv und kann zu keinem Ergebnis f\u00fchren. Ein freundliches und solidarisches &#8222;Ich freue mich, wenn du uns deine Bedenken zur Diskussion vorstellen m\u00f6chtest.&#8220; geh\u00f6rt, nach meiner Erfahrung, leider nicht zum Wortschatz vieler (linker) Menschen. Wenn man zun\u00e4chst die Gr\u00fcnde einer absoluten Ablehnung diskutiert, kann das auch dazu f\u00fchren, das vorherige Ablehnungs-Stufen(&#8222;Ablehnung&#8220; &#038; &#8222;Naja&#8220;) sich zu einem &#8222;Neutral&#8220; oder einer Form der Zustimmung \u00e4ndern.<br \/>\n<br \/>\n<font size=\"+1\"><strong><u>III. Was?<\/u><\/strong><\/font><\/p>\n<blockquote style=\"padding:10px; border:thin solid red;\"><p>\n<strong>Remember:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>In diesem Abschnitt lege ich ausschlie\u00dflich meine pers\u00f6nliche Sichtweise dar. Eventuelle Belege sind, wie gehabt, direkt verlinkt.<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Eine Entscheidung zu treffen ist nichts, was selten passiert. Menschen treffen st\u00e4ndig bewusste und unbewusste Entscheidungen. Diese Entscheidungen formen jede Person und sie zu treffen ist das wohl wichtigste im Leben, behaupte ich an dieser Stelle einmal. Meistens ist man es gewohnt f\u00fcr sich selbst Entscheidungen zu treffen. Beim Einkaufen, ob man an der Ampel wartet, welchen Weg man geht, etc. etc. An dieser Stelle m\u00f6chte ich mich daran versuchen, die Bedeutung einer Entscheidung zu formulieren.<\/p>\n<p><strong><u>Zuvor<\/u><\/strong><br \/>\nBevor eine bestimmte Entscheidung getroffen wird, gibt es immer andere Entscheidungen die zu dieser speziellen gef\u00fchrt haben. Manche dieser &#8222;Pr\u00e4-Entscheidungen&#8220; sind eher unbewusst (&#8222;H\u00e4nde in den Taschen oder nicht?&#8220;), andere wiederrum sehr bewusst (&#8222;Welchen Zug nehme ich?&#8220;). Gewiss sind nicht viele Entscheidungen f\u00fcr unser Leben ausschlaggebend. Und es ist praktisch Unm\u00f6glich alle Folgen einer einzigen Entscheidung im Vorfeld zu kennen. Man kann absch\u00e4tzen, was passieren k\u00f6nnte. Dabei ziehen wir Erfahrungen von anderen bereits getroffenen Entscheidungen zu rate. Aber das sind dann auch nur Prognosen. F\u00fcr gro\u00dfe Entscheidungen (&#8222;Gehe ich studieren?&#8220;) nehmen wir uns viel Zeit. F\u00fcr kleine Entscheidungen (&#8222;Was esse ich heute Abend?&#8220;) eher weniger. Wer schon einmal ein professionelles Schachspiel gesehen oder selbst gespielt hat, kann sich das wahrscheinlich ganz gut vorstellen. Jeder Zug mit einer Spielfigur sollte im Vorraus geplant sein um den_die Gegenspieler_in Schach Matt zu setzen. Bevor der K\u00f6nig fallen kann, m\u00fcssen die Bauern richtig gezogen werden. Manchmal steht so etwas schon sehr fr\u00fch fest.<\/p>\n<p><strong><u>W\u00e4hrenddessen<\/u><\/strong><br \/>\nIn dem Moment, in dem man eine Entscheidung trifft, schie\u00dfen einem 1000+ Gedanken durch den Kopf. Oder auch nicht. Das kommt auf die Entscheidung an. Vor allem beim bewussten Entscheiden taucht gerne mal eine ganz bestimmte Frage auf:<\/p>\n<blockquote><p><i>Was w\u00e4re, wenn?<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Frage kann die sch\u00f6nsten Hoffnungen ebenso wecken wie die f\u00fcchterlichsten Erwartungen. Je subjektiv wichtiger die Entscheidung, desto gr\u00f6\u00dfer die Folgen dieser Frage. Man malt sich zum Teil so sch\u00f6ne Folgen aus, dass dabei die Entscheidung selbst schon an bedeutung verliert. Ebenso wenn man sich die schlimmsten Folgen \u00fcberlegt. Manche brauchen f\u00fcr bestimmte Entscheidungen l\u00e4nger als andere. Ich z.B. brauche recht lange bis ich mich f\u00fcr einen Laptop entschieden habe. Bei Kleidung\/Schuhen kann ich mich gar nicht schnell genug entscheiden. Dabei haben beide Gegenst\u00e4nde einen \u00e4hnlichen Einfluss auf mein Leben. Mit beiden Dingen zeige ich mich in der \u00d6ffentlichkeit und pr\u00e4sentiere sie (stolz) meinen Freund_innen. Beides soll m\u00f6glichst lange halten und beides kostete Geld. Dennoch ist der Prozess, der zu einer Entscheidung f\u00fchrt, unterschiedlich. Aber der Grund, der wohl die meisten Menschen z\u00f6gern l\u00e4sst bevor sie (gr\u00f6\u00dfere) bewusste Entscheidungen treffen ist wohl das Unwissen \u00fcber die Folgen. Man versucht soviel es geht abzusch\u00e4tzen, dar\u00fcber nachzudenken was wohl das geschickteste ist. Aber am Ende muss man doch mehr oder weniger ins Blaue raten und darauf hoffen, dass alles gut geht.<\/p>\n<p><strong><u>Danach<\/u><\/strong><br \/>\nWas ist wohl wichtiger an einer Entscheidung? Das &#8218;Danach&#8216; ist dabei sicherlich ein_e gute_r Kandidat_in. Damit m\u00fcssen wir leben. Es beeinflusst uns mehr als das &#8218;W\u00e4hrenddessen&#8216; oder das &#8218;Zuvor&#8216;. Bei eigentlich jeder Entscheidung, denke ich, h\u00e4ngen Menschen wohl mit den Gedanken in der Zukunft. K\u00f6nnte\/H\u00e4tte\/W\u00fcrde\/Sollte, immer das selbe. Alle Handlungen haben ihre Konsequenzen, das d\u00fcrfte so gut wie allen Menschen klar sein. Die einen sind sich der Tragweite ihrer Handlungen mehr Bewusst als andere. Das passiert. Und genauso wie wir uns Gedanken \u00fcber unsere Entscheidungen machen, sind doch selbst die Gedanken dar\u00fcber eine Entscheidung.<\/p>\n<p><strong><u>Uraltes Problem<\/u><\/strong><br \/>\nUnd so stelle ich die Behauptung auf, dass das Entscheiden ein Problem ist das nicht \u00e4lter sein k\u00f6nnte. Bleibt nat\u00fcrlich die Frage, ab wann dem Menschen die F\u00e4higkeit zu Entscheiden zuerkannt wird\/wurde. Dabei meine ich jetzt sowohl in der heutigen Zeit wie auch mit Blick auf die Evolution nach Darwin. Ab wann kann ein Mensch aufrichtig sagen &#8222;Ja, ich treffe meine eigenen Entscheidungen.&#8220;? Mit 14, 18, 21? Oder h\u00e4ngt es gar nicht mit dem Alter zusammen sondern mit der mentalen Entwicklung? Sind dann Jugendliche mit 12 Jahren in der Lage zu entscheiden und werden behinderten Menschen dann Entscheidungen aufgezwungen, weil davon ausgegangen wird sie k\u00f6nnten nicht selbst entscheiden?<\/p>\n<p>Egal was zutrifft und was nicht. Es sind Fragen, die auch die linke Szene betreffen. Schlie\u00dflich geht es nicht nur darum, Menschen entscheiden zu lassen. Sondern es geht, finde ich, vor allem darum Menschen in die Lage zu versetzen selbst Entscheiden zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<br \/>\n<font size=\"+1\"><strong><u>IV. Fazit<\/u><\/strong><\/font><\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich nicht mehr viel schreiben. Dieser Blogpost ist schon um einiges l\u00e4nger geworden als gedacht. Entscheidungen treffen ist schwer. Je mehr Menschen daran beteiligt sind, desto schwerer wird es. Jeder Mensch bringt einen anderen Standpunkt und eine andere Sicht der Dinge mit ein. Bei all diesen Ansichten muss aber darauf geachtet werden niemanden zu \u00fcbergehen oder fremdzubestimmen. Verdeckte Hierarchien sind, meiner Meinung nach, das gr\u00f6\u00dfte Problem. Eine mangelnde Kommunikation ist dabei aber auch ein ausschlaggebender Faktor, denke ich. Oft wird gesagt das nur egoistische Menschen S\u00e4tze mit einem &#8222;Ich&#8220; anfangen. Dabei ist das manchmal gar nicht so falsch. Wenn es um mich geht. Meine Sicht der Dinge, dann betone ich das. Sonst gehe ich die Gefahr ein, meine pers\u00f6nliche Meinung als objektiven Fakt darzustellen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, ich konnte meine Idee verst\u00e4ndlich machen. Vielleicht hat das auch zum Denken angeregt. Vielleicht aber auch nicht. Es ist deine Entscheidung!<\/p>\n<hr>\n<p>\n[1] <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedemann_Schulz_von_Thun\" target=_blank>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedemann_Schulz_von_Thun<\/a><br \/>\n[2] <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mehrheitswahl\" target=_blank>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mehrheitswahl<\/a><br \/>\n[3] <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konsensprinzip\" target=_blank>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konsensprinzip<\/a><br \/>\n[4] <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Utilitarismus\" target=_blank>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Utilitarismus<\/a><br \/>\n[5] <a href=\"http:\/\/diskussionshandzeichen.wordpress.com\/die-diskussionshandzeichen\/\" target=_blank>http:\/\/diskussionshandzeichen.wordpress.com\/die-diskussionshandzeichen\/<\/a>\n<\/p>\n<p>\n<sup>1<\/sup> Als &#8222;ausschlaggebend&#8220; definiere ich jede Entscheidung die einen Menschen dazu veranlasst den Alltag auf eine Weise so zu \u00e4ndern das eine generelle Neuausrichtung von Abl\u00e4ufen stattfinden muss. Damit sind nicht Rituale wie z.B. das morgendliche Hei\u00dfgetr\u00e4nk zur stehts gleichen Uhrzeit gemeint.<br \/>\n<sup>2<\/sup> Eine &#8222;endg\u00fcltige&#8220; Entscheidung wird von mir als eine solche Entscheidung definiert, welche nicht innerhalb k\u00fcrzester Zeit(wenige Tage, sehr wenige Wochen) aufgehoben bzw. r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann. So z.B. Gesch\u00e4ftsvertr\u00e4ge mit einer Vertragsbindung(24 Monate Telefonanschluss) oder das Einrei\u00dfen einer Wand(Renovierung).\n<\/p>\n<p>\n* Pers\u00f6nliche Beobachtung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Note: Dieser Text ist eher als eine Ausformulierung (oder der Versuch dessen) eines Gedanken zu betrachten. Hierf\u00fcr habe ich mich nicht durch bestehende Konzepte der Entscheidungsfindung im Plenum gew\u00fchlt. Deswegen kann es sehr gut sein, dass dieser Gedanke teilweise oder \u00fcberwiegend mit anderen Texten zum Thema \u00fcbereinstimmt oder Gemeinsamkeiten hat. 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